Ganz ohne Genierer: Feigenblatteis

Dass meine Eismaschine ausgerechnet im Hochsommer das Zeitliche segnet, war angesichts ihrer Arbeitsmoral irgendwie abzusehen. Nachdem mich das unzuverlässige Billigteil in der Vergangenheit immer wieder in den ungünstigsten Momenten im Stich gelassen hat, sprang eine nicht unwichtige Komponente, nämlich der Plastikdeckel, eines Tages ganz ohne Vorwarnung aus einem Hochschrank in den Tod. Um eines ganz klar zu stellen: Nein, ich habe ihn nicht geschubst. Aber allzu traurig war ich über den Verlust auch nicht.

Feigenblatteis
Weil ich nun mit der Motoreinheit und dem Gefrierbehälter alleine nicht wirklich viel anzufangen wusste, habe ich mich ohne lange Trauerzeit nach Ersatz umgesehen. Bei ihrem Einstand hat sich meine neue Eismaschine dann auch überhaupt keine Blöße gegeben. Wäre auch eher unpassend gewesen, angesichts ihres pikanten Inhalts: Zur Premiere gab es nämlich Feigenblatteis.

Feigenbaum | lacapocuoca.at
Nur falls an dieser Stelle Zweifel aufkommen: Es handelt sich dabei tatsächlich um Eis, das mit Bättern des Feigenbaumes aromatisiert wurde. Das funktioniert ganz wunderbar. Wer schon einmal an einem Feigenbaum vorbei gegangen ist, wird bemerkt haben, dass von den Blättern ein süßlich-würziger Duft ausgeht – der unter Zufuhr von etwas Wärme auch an Trägersubstanzen – in meinem Fall fettreiche Milchprodukte – übergeht.

Feigenblatt
Nun sind Feigenblätter leider keine Zutat, die man einfach so im Supermarkt kaufen kann. Weil alle Feigenbaumbesitzer in meinem Freundeskreis gerade verreist waren, musste ich ein paar Blätter aus der Parkanlage einer Wiener Sehenswürdigkeit mitgehen lassen. Dass mich dabei einige Touristen beobachtet haben, war mir in diesem Moment völlig egal.

Zum Glück habe ich in dieser Hinsicht fast keinen Genierer…


Zutaten:

  • 2 – 3 kleinere Feigenblätter
  • 180 ml Milch
  • 360 ml Obers
  • 4 Eigelb (L)
  • 100 g Zucker
  • 3 EL Honig
  • Eine gute Prise Salz

Feigen am Baum | lacapocuoca.at
Zubereitung:

Die Milch und das Obers in einem Topf gemeinsam mit den klein geschnittenen Feigenblättern erwärmen und zugedeckt 20 Minuten ziehen lassen. Eigelb, Zucker, Honig und eine Prise Salz mit dem Schneebesen vermengen. Die Obersmischung durch ein Sieb auf die Eigelb-Honig-Masse gießen. Zurück in den Topf leeren und unter ständigem Rühren vorsichtig erwärmen, bis das Ganze leicht andickt. Dabei auf keinen Fall kochen lassen, sonst gerinnt die Masse! Im Kühlschrank mindestens vier Stunden abkühlen lassen und dann in der Eismaschine nach Anleitung gefrieren lassen.

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Tamara sagt:

    wow, so etwas hab ich ja noch nie gegessen!

    1. La Capocuoca sagt:

      hab ich mal vor jahren in rom probiert und war begeistert :-)

  2. Conny sagt:

    Hallo! :)
    Das sieht ja toll aus und schmeckt sicher auch super lecker! :)
    Lg, Conny von wundersuess.at

    1. La Capocuoca sagt:

      danke! ich hab halt eine schwäche für ausgefallene eissorten :-)

  3. Gabriele sagt:

    Haha, das ist ja mal ein originelles Eisrezept! Da bekommt man ja richtig Appetit ;) LG, Gabi

  4. Frau Ziii sagt:

    Der hat ja eine Hose an! Das Feigenblatt gehört doch weiter runter? ;)

    Ich hab‘ einen Feigenbaum, aber wegen dem Wetter bleiben mir dieses Jahr wieder nur die Blätter. Ich verwende sie immer beim Grillen zum Fleisch einwickeln. Ich steh total auf den Geruch, der ist in einem Eis sicher gut konserviert.

    Lieben Gruß von Frau Ziii

    PS… Botanischer Garten? Gleich beim Eingang rechts?

    1. La Capocuoca sagt:

      ich versteh auch nicht, warum er die hose nicht und nicht ausziehen wollte. aber amateurmodels zicken halt gern mal rum :-)

      p..s: schlosspark schönbrunn, neben dem schmetterlingshaus

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