Vom Brot zum Bier – Alles zu seiner Zeit

„Bier ist flüssiges Brot“, haben meine Schulfreunde und ich in unserer Jugend gerne den ersten Alkoholkonsum gegenüber unseren Eltern beschönigt. Den markigen Spruch haben wir dabei natürlich einfach von mittelalterlichen Mönchen übernommen. Tatsache ist, dass in Österreich seit jeher viel Brot und jede Menge Bier konsumiert wird. Dass dabei bei beiden auch immer mehr auf Regionalität und Nachhaltigkeit wert gelegt wird, ist ein nicht nur für die Landwirtschaft äußerst positiver Trend.

Unter dem Motto „vom Brot zum Bier“ hat die Privatbrauerei Zwettl Mitte Juli zur Gerstenernte und zum Brotbacken in die Bio Backschule von Elisabeth Ruckser ins Waldviertel geladen. 

Was braucht man für 0,5 Liter Bier? 1,75 – 5 Liter Wasser, 2,5 bis 3,5 Milliliter Hefe, rund 5 Dolden Hopfen und rund 85 g Gerstenmalz.

Regionale Landwirtschaft
Der Zuspruch, den regionale Lebensmittel erleben, ist ungebrochen. „Wir verwenden seit mehr als 300 Jahren regionale Rohstoffe für unsere Biere – aus Überzeugung“, freut sich Karl Schwarz, der die Privatbrauerei Zwettl und die zum Unternehmensverbund gehörende Bierwerkstatt Weitra in fünfter Generation leitet über den anhaltenden Trend. „Wir ziehen einen sehr engen Radius um unsere Brauerei und fördern mit dieser Einkaufspolitik nachhaltig die regionale Landwirtschaft.“

Dank ausgiebiger Niederschläge und zahlreicher Sonnentage findet die Gerstenernste heuer früher als üblich statt – jene der Wintergerste ist schon fast zur Gänze eingebracht. Zwettler verarbeitet im Jahr für Jahr 2.500 Tonnen regionale Braugerste zu den begehrten Bierspezialitäten.

Nördlichster Punkt Österreichs als Anbaugebiet für Gerste
Der hohe Norden Niederösterreichs zählt zu den relevanten Gerste-Anbaugebieten des Landes und ist aufgrund der klimatischen Bedingungen gleichzeitig eine der südlichsten Regionen weltweit, in der Braugerste angebaut werden kann.

Dass sich aus Bier auch äußerst feines Brot backen lässt, durften wir im Anschluss an das Ernte-Erlebnis unter fachkundiger Anleitung von Elisabeth Ruckser erfahren. Schon der Sauerteig hierfür wurde mit süffigem Bier angesetzt. Noch mehr Bier im Teig sowie seltene Getreidesorten haben dem Endprodukt dann eine unverkennbare Note verliehen. Liebevoll wurde der vorbereitete Teig von uns geknetet, zu mehr oder weniger formschönen Laiben geformt und nach dem Rasten dann im vorgeheizten Ofen zu fertigem Brot gebacken. Auch hierbei war das richtige Timing von entscheidender Bedeutung. Am Ende waren alle sichtlich stolz auf ihre Werke.

Danke an Martina Macho für die Organisation der Tour!

Verfasst von

...auf der Suche nach la dolce vita

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