Von Handwerk und Leidenschaft

Wenn es etwas gibt, für das ich Menschen wirklich bewundere, ist das meisterliches Können. Die Art von Expertise, die nicht nur durch handwerkliches Geschick und jahrelange Übung erreicht werden kann, sondern die auch eines intuitiven Gespürs für das Wesen der Dinge bedarf.

Ein Meister, der zwar nicht vom Himmel gefallen ist, sich aber mit Erde und Feuer wirklich auskennt, ist Keramiker und Hafner Josef Wieser. Er stellt in Waidhofen an der Thaya aus selbst gegrabenen, lange gereiften Lehmen und Tonen Stücke her, die so schön sind, dass sie fast schon eine Seele zu haben scheinen.

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Gebrannt wird ein Teil der Gefäße noch in speziellen Brennöfen, die nach uralter Technik selbst gebaut und mit Holz befeuert werden. Ein enormer Aufwand, der sich jedoch lohnt: Aschenflug verleiht den Werken eine besondere, kaum in Worte zu fassende Schönheit. Wenn Josef von seiner Arbeit spricht, dann leuchten seine Augen. Er strahlt eine Zufriedenheit aus, die nur ensteht, wenn man das was man tut wirklich lebt und liebt – wenn man dafür brennt.

Nicht minder beeindruckt hat mich ein paar Wochen zuvor die Arbeit von Cornelia Hiermann. Auch sie verbindet in ihrem Meisterfloristikbetrieb Florietta auf wunderbare Weise traditionelles Handwerk mit starker Naturverbundenheit. Aus saisonalen Blumen und natürlichen Materialien entstehen in ihrem Atelier in Schiltern Arrangements, die jeder Tafel sofort etwas Festliches verleihen. Zauberhafte Brautbouquets und Blumenkränze, zu denen man auch ohne großen Hang zu Romantik sofort „Ja, ich will!“ sagen möchte. Die zweifache Mutter muss sich bei ihrer Arbeit aber auch im Loslassen üben: denn die floralen Kunstwerke, die sie schafft, sind leider nur allzu vergänglich.

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Was ich im Rahmen der beiden Workshops selbst gelernt habe: Manchmal gehen einem Dinge, die auf den ersten Blick völlig unmachbar erscheinen, überraschend einfach von der Hand. Und dann droht man wieder an scheinbar einfachen Aufgaben zu scheitern. Hier kommt es dann auf das richtige mindset an: manche Dinge brauchen einfach Zeit und Geduld, aber auch jede Menge Leidenschaft und Hingabe. Dann erblüht in jedem von uns irgendwie ein kleiner Meister.

Disclaimer: Der Besuch der CraftTour Workshops hat auf Einladung der Wirtschaftskammer stattgefunden.

Verfasst von

...auf der Suche nach la dolce vita

4 Kommentare zu „Von Handwerk und Leidenschaft

  1. töpfern wollte ich schon immer einmal probieren, fürchte allerdings, dass ich zwei linke hände habe. :) die keramiken sind wirklich wunderschön! gibt es die in wien zu kaufen?

  2. Ich teile deine Einstellung zum alten Handwerk voll und ganz. Diese Keramik ist superschön und würde mich sicherlich sofort zum Kauf verführen. Ich war erst vor ein paar Tagen wieder mit Besuchern in Grottaglie und auch dort komme ich nie ohne eine tolles Keramikteil weg. Sehr schöne Fotos auch von der Floristin!

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