Unverschwendet: Eingelegte Zucchini

Das einzige Küchenkraut, das auf dem schmalen Fensterbrett am Gang vor meiner Wohnung gedeiht, ist der Rosmarin. Es ist nicht mehr als ein dünnes Stämmchen, das ich aber seit Jahren hege und pflege – sehr zur Belustigung meiner Nachbarn. Schon klar, die Ernte ist natürlich überschaubar. Immer wenn ich Rosmarin brauche, bemühe ich mich ja nicht zu viel wegzuschneiden, damit die Pflanze nachwachsen kann. Der selbst gezogene Rosmarin ist für mich kostbar, eben weil ich nicht viel davon zur Verfügung habe. Sobald etwas ausreichend oder gar im Überfluss vorhanden ist, wird es leider meist weniger wertgeschätzt.

In Österreich landen jedes Jahr Tonnen an überschüssigem Obst und Gemüse im Müll. Weil mehr vorhanden ist als verarbeitet, gegessen oder verkauft werden kann. Oder die Früchte schlicht zu klein, zu groß oder zu krumm sind. Das Team von Unverschwendet hat es sich zur Aufgabe gemacht, unnötige Lebensmittelverschwendung zu verhindern. Auch kleinste Mengen werden vor dem Verderben bewahrt und in Handarbeit zu Variationen in limitierter Auflage verarbeitet.

rosmarin-Expo

Durch traditionelle Verfahren wie Einkochen und Einlegen verwandeln sich so überschüssige, aber qualitativ einwandfreie Früchte, Gemüse und Kräuter in wunderbare Fruchtaufstriche, Gelees, Sirupe und Chutneys. Finanziert wird das Projekt mittels Crowdfunding. Die fertigen Produkte soll es dann ab Sommer 2016 in ausgewählten Greißlereien und online zu kaufen geben. Ich habe im Rahmen einer Food Blogger Challenge ein Rezept für süß-sauer eingelegte Zucchini mit Rosmarin eingereicht und es damit ins Finale geschafft.

Einlegen, Einkochen und Fermentieren sind Methoden des Haltbarmachens, die in den vergangenen Jahren wieder ziemlich hip geworden sind. Ich selbst experimentiere dabei gerne mit ungewöhnlichen Kombinationen und verschiedenen Gewürzen. Große Mengen stelle ich von meinen Kreationen in der eigenen Küche aber nie her, weil ich trotz aller Vosichtsmaßnahmen immer Angst habe, dass die Sachen verderben könnten. Und das wäre nun wirklich schade.


ZUTATEN:
für zwei bis drei Gläser

  • 500 g Zucchini
  • 150 ml Weißweinessig
  • 150 ml Wasser
  • 30 g Salz
  • 150 g Zucker
  • 3 Gewürznelken
  • 3 Beeren Piment
  • Bio-Zitronenschale, in Zesten
  • Einige Zweige Rosmarin

vergissmein-Expo.jpg

ZUBEREITUNG:

Die Zucchini waschen und in fingergroße Sticks, alternativ in Würfel von rund 2 cm, schneiden. Wasser und Essig mit Salz und Zucker aufkochen. Flüssigkeit heiß über die Zucchini-Stücke gießen und abkühlen lassen. Den Sud abgießen und mit den Gewürzen erneut aufkochen. Gemüse auf die sterilisierten Gläser verteilen und dann die sehr heiße Flüssigkeit über die Zucchini gießen (einen Rand von 1 cm bis zum Deckel lassen!), die Gläser sofort verschließen, Gläser kurz auf den Kopf drehen und dann langsam abkühlen lassen.

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nicole sagt:

    Hallo, ich habe gerade ein Glas meiner süss-sauren Zucchetti geöffnet. Ich mache die immer im Sommer ein. Jetzt im April erscheint es mir noch etwas früh…

    1. Claudia sagt:

      da hast du natürlich recht. bei der challenge ging es darum, ein rezept mit einer aus drei möglichen zutaten – quitte, kürbis oder eben rosmarin – einzureichen. hergestellt wird die limited edition dann erst im spätsommer. aber fotografieren musste ich natürlich jetzt schon :)

  2. Tina sagt:

    danke für die großartige idee! wir haben im sommer immer viel zu viel zucchini, werde sie heuer vielleicht mal einlegen. immer nur suppe ist ja auch fad :)

    lg, tina

    1. Claudia sagt:

      zucchinikuchen ist aber auch gut :))

  3. Küchenfee sagt:

    ich selbst koche viel ein, hauptsächlich marmelade, ab und zu auch chutneys. schlecht ist noch nie etwas geworden :) einlegen werd ich heuer wohl auch mal probieren.. lg, fee

    1. Claudia sagt:

      chutney hab ich dafür noch nie probiert – also selbermachen, essen schon :)

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