Wilde Kräuter

Entlegene Wälder haben zu jeder Jahreszeit etwas Geheimnisvolles, beinahe Mystisches an sich. Das Licht, das durch die Blätter bricht und psychedelische Muster auf den Boden malt, der Geruch nach Moos und feuchter Erde, die Geräusche, die manchmal vertraut und beruhigend, manchmal aber auch ein bisschen beängstigend wirken. Gerne möchte man glauben, dass hier Feen und Einhörner hausen. Oder zumindest eine Hexe mit ihrer schwarzen Katze auf der Schulter.

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Richtig magisch aber ist das, was meist ganz unscheinbar am Wegesrand wächst. Gundelrebe, Waldmeister, Löwenzahn – Kräuter, die das geschulte Auge natürlich auch in der Großstadt massenweise zu sehen bekommt. Lust sie zu pflücken habe ich aber eigentlich nur außerhalb meines natürlichen Habitats. In Wien gebe ich am Markt sonst oft viel zu viel Geld dafür aus. Was vor allem auf die Brennnessel zutrifft – mein mit Abstand liebstes wildwachsendes Kraut. Urtica urens maxima ist ein kleines Wunderpaket voll mit Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. Was von meiner Warte aus aber vor allem für sie spricht ist der fantastische Geschmack, irgendwo zwischen Spinat und Algen. Die Einsatzbereiche sind dadurch natürlich äußerst breit gefächert – und dabei spreche ich nicht von Tee. Die ersten Brennnesseln der Saison feiere ich meist mit einer Portion gnudi, dann wird Pasta gefüllt oder giftgrüne Suppe geköchelt. Wenn ich nach einem Wanderwochenende mit richtig fetter Beute nach Hause komme, verarbeite ich die Kräuter möglichst frisch zu einem schnellen Pesto. Und auch wenn ich dafür meist keinen Mörser verwende, komme ich mir dabei fast ein bisschen vor wie eine Kräuterhexe – die schwarze Katze hätte ich zumindest schon.

Brennnesseln | lacapocuoca.at

Pesto


ZUTATEN:

  • 2 gute Handvoll Brennnesselblätter, ohne Stiele
  • 1 Knoblauchzehe
  • 50 g Pistazien, geröstet
  • 1 Bio-Zitrone, davon Saft und Schale
  • 3 EL Parmesan, frisch gerieben
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl

Tropfen | lacapocuoca.at

ZUBEREITUNG:

Die Brennnesseln gründlich waschen (Handschuhe tragen!) und in wenig Wasser kurz blanchieren, bis die Blätter zusammenfallen. Gut ausdrücken und auskühlen lassen. (Das Wasser kann man gut verwenden, zum Beispiel für Haarspülungen.)

Brennnesseln zusammen mit den restlichen Zutaten in einem Multihacker zerkleinern, dabei so viel Olivenöl hinzufügen bis eine geschmeidige Paste entsteht. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gekühlt hält sich der Pesto einige Tage.

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Küchenfee sagt:

    wunderschöne bilder! da bekommt man gleich lust auf ein wochenende in der natur.. und auf pesto natürlich auch :)

    1. Claudia sagt:

      freut mich! muss nur noch das wetter passen :)

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