Frühlingsgrüße aus Rom: La Vignarola

Es gibt Gerichte, für die gibt es jedes Jahr nur ein schmales Zeitfenster. Ein paar wenige Wochen, in denen alle erforderlichen Zutaten gleichzeitig frisch erhältlich sind. Mein absolutes Must-eat im Frühling: La Vignarola, ein Klassiker der römischen Küche, für dessen Zubereitung Favabohnen, Erbsen und Artischocken gemeinsam Saison haben müssen. Gemüse, das in dieser Gegend Italiens traditionell in Weinbergen zwischen den Rebstöcken angepflanzt wurde um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhöhen – daher auch der Name des Gerichts.

Artischocken | lacapocuoca.at

Die Zubereitung ist – abgesehen vom Zurechtmachen der Artischocken – relativ unkompliziert und dabei ein äußerst sinnliches Vergnügen. Schote um Schote werden die wunderbar grünen Erbsen und Favabohnen ausgelöst, das Heu der Artischocken entfernt und das Gemüse dann mit ein bisschen guanciale oder pancetta gedünstet. Das Gericht lebt natürlich von der Frische der Zutaten: je jünger und süßer die Hülsenfrüchte, desto kürzer auch die Garzeit.

Erbsen | lacapocuoca.atVignarola | lacapocuoca,at

Beim Essen kann man sich dafür ein bisschen Zeit lassen: La Vignarola schmeckt am besten lauwarm, am nächsten Tag sogar noch ein bisschen besser. Ich persönlich mag gerne ein hart gekochtes Ei dazu – das ist zwar überhaupt nicht authentisch, aber wie heißt es so schön? Tutte le strade portano a Roma – alle Wege führen nach Rom.

Saubohnen | lacapocuoca.atBlühender Baum | lacapocuoca.at


ZUTATEN:

  • 2 große Artischocken
  • Saft einer halben Zitrone
  • 500 g Saubohnen
  • 500 g frische Erbsen (ersatzweise 250 TK-Erbsen)
  • 1 EL Olivenöl
  • 30 g Pancetta oder Guanciale
  • 2 Frühlingszwiebel, fein gehackt

ZUBEREITUNG:

Die Artischocken putzen – wie das geht, habe ich hier schon einmal beschrieben, es gibt natürlich auch online zahlreiche Anleitungen. Die Böden zuerst vierteln und dann der Länge nach in schmale Stücke schneiden. Die Hülsenfrüchte auslösen, von den Favabohnen werden nur die Samenkerne benötigt. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Die Pancetta hinzufügen und kurz mitbraten. Dann die Artischocken dazu geben, leicht salzen und zugedeckt rund zehn Minuten bei mittlerer Hitze dünsten lassen. Bei Bedarf etwas Wasser angießen. Die Erbsen und Favabohnen hinzufügen und weitere 20 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

14 Kommentare Gib deinen ab

  1. Carina sagt:

    tolles rezept! kenn ich aus dem italienurlaub – ist da manchmal nicht auch noch anderes gemüse dabei? lg, cara

    1. Claudia sagt:

      stimmt, es gibt klassische und weniger klassische zubereitungsarten. lattuga ist auch manchmal drin, und eine spezielle minze – aber die bekommt man hier nicht so leicht :)

  2. Küchenfee sagt:

    ich liiiiebe frische erbsen! dieser süßliche geschmack und dann auch noch artischocken dazu, stell ich mir richtig toll vor. lg, fee

    1. Claudia sagt:

      buon appetito! :)

  3. Julia sagt:

    Das ist ja ein großartiges Rezept, danke, Claudia! Und auch wenn das Ei nicht authentisch ist – so lange es schmeckt ist doch alles gut :)
    Liebe Grüße!

    1. Claudia sagt:

      vielen lieben dank, julia! ich seh das generell auch nicht so eng.. :)

  4. Miss Getaway sagt:

    Ooooh das sieht ja super lecker aus! Ich muss definitiv wieder mal zu Artischocken greifen – die hatte ich schon SO lange nicht mehr!

    Love, Kerstin
    http://www.missgetaway.com/

    1. Claudia sagt:

      ach, artischocken könnt ich jeden tag essen :)

  5. Corinna sagt:

    Ja, du hast recht! Viele Gerichte sind so einfach, dass sie nur von der Frische der Zutaten leben. Das macht die Mittelmeerküche nicht nur superlecker und authentisch, sondern auch so gesund. Wir essen im Moment auch häufiger Fave einfach nur mit Gewürzen gekocht und dann ein bisschen Öl dazu.

    1. Claudia sagt:

      fave mag ich echt gern, nur die zubereitung ist ein bisschen mühsam :)

      1. Corinna sagt:

        Ja, schon die Pulerei…Da weiß man, warum die italienische Mamma zu Hause bleiben musste. Für eine große Familie sitzt man da echt lange dran.

      2. Claudia sagt:

        kinder kann man zum auslösen von hülsenfrüchten auch ganz gut einsetzen :)

      3. Corinna sagt:

        Ja, hat mein Vater dereinst auch gedacht. Aber war mindestens bei Erbsen keine so gute Idee. Da kam nicht mehr viel in der Küche an. *lol*

      4. Claudia sagt:

        haha, na man muss doch probieren! :)

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