In memoriam: Veilchensorbet

März. Frühlingsbeginn. Mein Geburtsmonat. Die Zeit, in der ich meine Mutter besonders vermisse. Immer wenn ich irgendwo Veilchen blühen sehe, muss ich an sie denken.

Veilchen | lacapocuoca.at

Meine Mutter hatte eine Vorliebe für kandierte Veilchenblüten – genau wie Kaiserin Sisi. Obwohl die Blumen symbolisch für Demut und Bescheidenheit stehen, wurde das erste Veilchen am Wiener Hof früher alljährlich mit einem rauschenden Fest gefeiert. Der Schlosspark Schönbrunn ist um diese Jahreszeit bereits voll mit den lila Frühlingsboten. Fast wie Touristen sind sie meist in Grüppchen anzutreffen. Der zarte Duft ist unverwechselbar, pudrig, süßlich, sodass man ihn am liebsten für immer konservieren möchte wie schöne Erinnerungen an einen geliebten Menschen. Ich lasse mir nie die Gelegenheit entgehen, ein Einmachglas voll Veilchen zu pflücken, um sie später zu Hause zu kandieren oder Zucker damit zu aromatisieren. Wenn es einmal mehr geworden sind, wird natürlich auch Sirup angesetzt.

Schönbrunn | lacapocuoca,atVeilchen | lacapocuoc.at

Sirupherstellung ist natürlich ein etwas zeitaufwendiger Prozess. Erst einmal braucht man eine gewisse Menge an Blüten. Und wer wie ich haufenweise Veilchen in einem der größten Touristen-Hotspots der Stadt pflückt, muss natürlich mit dem in oder anderen schiefen Blick rechnen. Zum Glück bringt mich das aber nicht so schnell aus dem Ruhe. Im Schönbrunner Schlosspark fühle ich mich fast ein bisschen wie im eigenen Garten. Schließlich hat mich meine Mutter schon als Baby stundenlang im Kinderwagen durch die langen Alleen geschoben. Und auch wenn ich heute am anderen Ende der Stadt wohne, zieht es mich zu jeder Jahreszeit immer wieder hierher.

Veilchensirup | lacapocuoca.atVeilchensorbet | lacapocuoca.at
Vom zartlila Sirup aus der kaiserlichen Gartenanlage sind es dann zum Glück nur noch ein paar kleine Arbeitsschritte zu einem duftenden Sorbet in Pastell – Sisis Lieblingsdessert. Im Gedenken an meine Mama – auch wenn der Muttertag erst im Mai gefeiert wird.


Zutaten:

  • 100 ml Veilchensirup (zum Beispiel nach diesem Rezept)
  • 150 ml Wasser
  • 150 ml Roséwein
  • Saft einer Zitrone
  • 2 Eiweiß

Zubereitung:

Veilchensirup mit Wasser, Roséwein und dem Zitronensaft vermengen und in die Eismaschine füllen. Sobald die Masse cremig geworden ist, die leicht geschlagenen Eiweiß dazugeben und fertig gefrieren lassen. Im Tiefkühler mindestens eine Stunde fest werden lassen. Das Sorbet vor dem Servieren aus dem Tiefkühler in den Kühlschrank übersiedeln, damit es sich leichter portionieren lässt.

Verfasst von

...auf der Suche nach la dolce vita

6 Kommentare zu „In memoriam: Veilchensorbet

  1. wow, tolle farbe und wunderschöne fotos! veilchen sind meine absoluten lieblingsblumen, leider halten sie nicht lange- aber das dessert wird probiert :)

  2. veilchenduft ist herrlich! ich kenn nur den fieslila sirup aus dem supermarkt, zum selbermachen war ich bis jetzt immer zu faul :)
    aber vielleicht schaffe ich es ja dieses jahr! tolle fotos wie immer!

  3. Wien ist wirklich eine wunderschöne Stadt! Besonders im Frühling, wenn alles blüht. Würde so gerne einmal wieder im Schönbrunner Schlossgarten spazieren gehen. Und zu deinem Sorbet würde ich sicher auch nicht nein sagen :)

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