R.I.B., Radicchio!

Zugegeben, mehr als nur ein bisschen Überwindung kostet es mich im Winter schon, samstags frühmorgens auf den Markt zu gehen. Aber ich weiß, dass sich mein Weg lohnen wird. Denn mein Weg führt mich schnurstracks zu dem kleinen Stand am Wiener Brunnenmarkt, wo die hübschesten Sorten frischer Radicchio aus Venetien auf mich warten.

Radicchio | lacapocuoca.at

Meine Lieblingssorte, der Rosso di Treviso Tardivo, hat auch schon einen langen Weg hinter sich: im Frühjahr gesät, über den Sommer munter vor sich hin gewachsen, findet er erst Vollendung, wenn ihn die ersten Fröste küssen. Erst nach mindestens zwei eiskalten Nächten – so will es das gestrenge Konsortium der Radicchio-Produzenten – darf der Tardivo geerntet werden. Die Kälte lässt die äußeren Blätter verwelken, die sich schützend um die zarten Triebe im Inneren legen. Und genau auf die habe ich es natürlich abgesehen. Aber nur für Salat ist mir der edle Radicchio viel zu schade. Die durch den Frost wunderbar süßlich bitteren Blätter dürfen sich erst einmal eine Runde in der Pfanne aufwärmen, bevor sie auf Crostini mit cremigem Bohnenpürree ihre letzte Ruhe finden. Rest in beans!

Crostini | lacapocuoca.atcrostini


Zutaten:

  • 1 Ciabatta
  • 250 g gekochte Cannellini Bohnen (alternativ: kleine weiße Bohnen oder Kichererbsen)
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 EL Zitronensaft
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Radicchio Rosso di Treviso
Balsamico Essig (möglichst invecchiato)


radicchioBlüte | lacapocuoca.at

Zubereitung:

Die Bohnen nach Anleitung kochen und gemeinsam mit dem Zitronensaft, der Knoblauchzehe, einem guten Schuss Olivenöl und rund 120 ml Wasser mit dem Mixer zu einer feinen, aber nicht zu flüssigen Creme verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Ciabatta in Scheiben schneiden und leicht toasten. Mit der Bohnencreme bestreichen.

Den Radicchio vom Strunk befreien, die einzelnen Blätter waschen, gut abtrocknen und bei mittlerer Hitze in einer Pfanne ein, zwei Minuten anbraten. Mit Balsamico ablöschen, den Essig kurz reduzieren lassen und die Radicchioblätter auf den Crostini verteilen.

Mehr Radicchio?

Frau Ziii hat die bitter-süße Spezialität für sich entdeckt.

Journalistin und Kochbuchautorin Katharina Seisers Liebeserklärung an den Tardivo.

Verfasst von

...auf der Suche nach la dolce vita

12 Kommentare zu „R.I.B., Radicchio!

  1. wunderbarer Tipp mit dem Bohnenpüree! Ich mag diesen Radicchio auch sehr gern und greife zu, wo immer ich ihn sehe. Zu Pasta ist er ideal und in einer veggie- Lasagne einfach traumhaft!

  2. Liebe Claudia, mit Kirchererbsen… Oh ich liebe Kichererbsen. Will ausprobiert werden. Ein Rezept das mir sehr gefällt. Das ursprüngliche Ursprünglich lassen. Einfach in der Einfachheit, ganz meins.

    Liebs Grüessli
    Roger

  3. radicchio kenn ich leider nur rund, aber der hier sieht natürlich viel hübscher aus! schon alleine die farbe ist toll!
    lg, tamsi

  4. heute bereitete ich zum ersten mal den Radicchio Tardivo zu. Dünstete ihn leicht ihn Olivenoel, schmeckte ihn mit Zitronensaft ab. Gab das als Beilage zu gebratener Nordseescholle.
    Auch mir selbst schmeckte dieses besondere Gemüse vorzüglich.

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