Merry Meyer Christmas!

Im Frühling ist ein Zitrönenbäumchen bei mir eingezogen. Ein krummes, bemitleidenswertes Exemplar, das in einem Supermarkt ganz laut „Rette mich!“ gerufen hat. Ich hätte es einfach stehen lassen sollen, man nimmt ja auch keine Hundewelpen von der Straße mit. Aber ich konnte nicht anders – die Aussicht, Zitronen aus eigenem Anbau ernten zu können, war einfach zu verlockend.

Zitronenbaum | lacapocuoca.at
Die ersten paar Wochen unseres Zusammenlebens verliefen überraschenderweise problemlos. Dann kam der Tag, an dem ich das Bäumchen in einen neuen Topf übersiedelte. Ein folgenschwerer Fehler. Am nächsten Tag warf es bereits erste Blätter ab, in den folgenden Nächten rissen mich herabfallende Minizitronen aus dem Schlaf. Kaum eine Woche später sah das Pflänzchen aus wie ein gerupftes Huhn. Ein schrecklicher Anblick. Also brachte ich die blätterlosen Äste zur letzten Ruhe auf die Dachterasse einer Pflanzenfreundin. Und siehe da: Das totgeweihte Bäumchen blühte wieder auf.

Adventmarkt | lacapocuoca.at
Kapriziöse Zitruspflanzen kommen mir in Zukunft definitiv keine mehr ins Haus, Zitronen dafür weiterhin in rauen Mengen. Und wenn es gerade Meyer Lemons gibt, ist meine Küche sowieso monothematisch. Seit Kochbuchautorin Katharina Seiser vergangenes Jahr die heimische Gutesserszene mit dem Meyer-Lemon-Fieber infiziert hat, macht von Oktober bis Dezember alles Jagd auf die aromatischen Hybride. Auch meine Weihnachtsbäckerei steht heuer ganz im Zeichen der wundervollen Zitrone. Für meine Anginetti, süße italienische Knotenkekse mit Glasur, habe ich meine (vorerst) letzte Meyer Lemon geopfert. Viele Kekse sind sich dabei leider nicht ausgegangen. Weshalb ich davon wohl auch nichts abgeben kann. Dafür verschenke ich zu Weihnachten Meyer-Lemon-Marmelade und den besten Lemon Curd überhaupt – sofern ich mich von ein paar Gläsern trennen kann. Die Retterin meines Zitronenbäumchens wird auf keinen Fall leer ausgehen.

Zitronenmarmelade | lacapocuoca.atAnginetti | lacapocuoca.at


Zutaten:

  • 400 g Mehl (ital. Type 00 oder ersatzweise glatt)
  • 2 Eier
  • 120 g Butter
  • 120 g Feinkristallzucker
  • 6 g Natron
  • 40 ml Milch
  • 40 ml Limoncello
  • 2 TL Vanillezucker
  • Abrieb einer halben Zitrone
  • Eine Prise Salz

Für die Glasur:

  • 150 g Staubzucker
  • Zitronensaft


Meyer Lemons | lacapocuoca.at
Zubereitung:

Die zimmerwarme Butter mit dem Zucker verkneten. Die Eier einzeln einarbeiten. Vanillezucker, Zitronenschale und eine Prise Salz dazugeben. Das Mehl einarbeiten. Natron in lauwarme Milch geben und zum Schluss mit dem Limoncello in die Masse rühren.  Zu einer Kugel formen und eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche aus dem Teig fingerdicke Rollen formen, je rund 15 cm abteilen und zu einem Knoten verschlingen. Bei 190 Grad im vorgeheizten Ofen rund 15 bis 20 Minuten backen – die Kekse sollten nicht viel Farbe bekommen. Leicht auskühlen lassen. Aus dem Zucker mit dem Zitronensaft eine festere Glasur rühren und die Kekse damit überziehen.

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Corinna sagt:

    Oh, so einfach und mit Limoncello… das muss ich probieren!

    1. La Capocuoca sagt:

      sind wirklich recht schnell gemacht. der teig ist etwas weicher als normaler mürbteig, daher nur kalt zu verarbeiten. die glasur ist mir leider nicht lange schön geblieben :-(

  2. Ich stehe schon in den Startlöchern und hoffe dass ich am Samstag an Meyers komme. Hier bei usn in der Puszta gibt’s ja nix.
    Das Lemon Curd mit diesen Früchtchen habe ich letztes Jahr gemacht und das ist sensationell gut!

    1. La Capocuoca sagt:

      in wien hab ich leider auch schon länger keine mehr gesehen, aber ich geb die hoffnung noch nicht auf :-)

      1. Ich bin gespannt ob ich welche erwisch morgen :-)

  3. Küchenfee sagt:

    hui! limoncellokekse, muss ich haben! frohes fest!

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