Trüffelwolken und Nebelschwaden

Kann mir irgendjemand verraten, wo der November hin verschwunden ist? Die vergangenen Wochen haben sich irgendwie fast unbemerkt an mir vorbei geschlichen. Vergraben unter Bergen von Arbeit. Was vom Tage übrig blieb, wie vom Nebel verschluckt. Nur mit Mühe kann ich Bruchstücke des Monats rekonstruieren. Als Anhaltspunkte müssen mir dabei die Samstagnachmittage dienen, denn ich weiß genau, wo ich die verbracht habe: In einem kleinen Zelt unweit des Wiener Stadtparks, auf dem Trüffelmarkt.

Trüffelmarkt | lacapocuoca,at
Dort tummeln sich im November die Trüffelliebhaber der Stadt auf engstem Raum, um die ein oder andere Knolle zu erwerben. Kleine schwarze Sommertrüffel aus Österreich, weiße Trüffel aus Italien, je nach persönlicher Vorliebe – und Inhalt der Geldbörse. Nun heißt mein Kater nicht ganz zufällig Tartufo, auch ich hege eine gewisse Schwäche für Trüffeln. Und obwohl ziemlich berauscht von dem intensiven Duft, war ich zum Glück immer noch genug Herrin meiner Sinne, um mein begrenztes Budget nicht ganz zu vergessen. Für ein paar schwarze Trüffel und einen kleinen Tuber magnatum hat es zum Glück aber gereicht.

Trüffel | lacapocuoca.at
Was ich den Rest des Wochenendes alles mit den Trüffel gemacht habe, liegt schon wieder weitestgehend im Dunkeln. Ich erinnere mich vage an frische Tagliolini und natürlich an ein köstlich erdiges Risotto mit gebratenem Sellerie und frisch gehobelten Trüffeln. Das in meiner Erinnerung wunderbar cremig war, zum Entstehungszeitpunkt des Fotos aber schon viel zu fest. Aber mit ein bisschen Fantasie kann man sich ja alles auch in schön und bunt vorstellen. Und deshalb war mein November rückblickend betrachtet auch nicht so schlimm.

Risotto mit Trüffeln | lacapocuoca.atTrüffel | lacapocuoca.at


Zutaten: (für 2 Portionen)

  • 1 kleine schwarzer Trüffel
  • Eine halbe Sellerieknolle (rund 300 g)
  • Olivenöl
  • Prise Puderzucker
  • 1 kleine Schalotte
  • 200 g Risottoreis (Carnaroli oder Vialone nano)
  • 100 ml Weißwein
  • 750 ml Hühnerfond
  • 40 g Butter
  • 30 g Parmesan, gerieben
  • Salz und Pfeffer

Katze | lacapocuoca.at
Zubereitung:

Den Trüffel mit einer Bürste und etwas Wasser reinigen. Die Sellerieknolle schälen und in kleine (1 – 2 cm) Würfel schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Sellerwürfel bei schwacher Hitze braten, bis sie weich, aber noch bissfest sind. Mit etwas Salz und Puderzucker würzen und zur Seite stellen. Olivenöl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und die fein gehackte Zwiebel darin anbraten. Den Reis einstreuen und kurz mitbraten, dabei aber nicht bräunen lassen. Den Weißwein dazu gießen und köcheln lassen, bis der Reis die Flüssigkeit absorbiert hat.. Dann die heißen Fond schrittweise angießen und den Reis bei schwacher Hitze rund 12 – 15 Minuten (je nach Sorte) garen. Gelegentlich umrühren. Zum Schluss die Selleriewürfel, die Butter und den Parmesan unterrühren und gut durchmischen. Risotto auf Tellern anrichten und den Trüffel darüber hobeln.

Verfasst von

...auf der Suche nach la dolce vita

8 Kommentare zu „Trüffelwolken und Nebelschwaden

  1. Hier habe ich noch nie Trüffeln in Auslagen gesehen. Dass sich auch in diesem Metier Fälscher tummeln ist ja gemein!
    Dein Risotto duftet quasi durch meinen Bildschirm!
    Hab einen ruhigen Advent mit weniger Stress!
    Liebe Grüße
    Cheriechen

  2. Ich sitze auf der Couch und blicke aus dem Fenster, wo dicke Wolken – ich wünschte es wären Trüffelwolken – vorbeiwabern. Eine herrliche Vorstellung! So herrlich duftend konnte der Herbst doch eigentlich gar nicht so übel sein :)

  3. Ich habe bisher nur einmal in meinem Leben Trüffel gegessen und das war superlecker auf Pasta. Bei uns gab’s dafür Kürbisrisotto. Vermutlich deutlich preiswerter, aber dafür auch nicht so Duft-benebelnd.

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