Maronibrownies statt Novemberblues

Die majestätische Sonnenuhr im Schlosspark Schönbrunn zeigt in der zweiten Jahreshälfte rote Ziffern, ganz so als wolle sie dazu ermahnen, die verbliebenen Monate noch voll und ganz auszukosten. Je kürzer die Tage werden, desto länger werden meine Spaziergänge durch die bunte Herbstlandschaft. Schnell noch die letzten wärmenden Sonnenstrahlen genießen, die frische Luft einatmen. Aber am Ende gibt es doch kein Entkommen vor dem ungeliebten Zeitpunkt, an dem der goldene Oktober in den grauen November übergeht.

Sonnenuhr | lacapocuoca.at
Nein, der November ist natürlich nicht einfach nur kalt und grau. Er schmeckt auch nach frischen Trüffeln, heißer Schokolade und Maroni aus dem Ofen. Esskastanien sind eine der wenigen Dinge, für die ich die kalte Jahreszeit mag. Maronieis versüßt mir den Sommer, Castagnaccio das ganze Jahr. Aber gebratene Maroni schmecken nur, wenn es draußen kalt ist – richtig kalt. Wenn sich die durchgefrorenen Hände an dem Stanitzel wärmen können und die Finger fast zu klamm sind, um die Nüsse aus der Schale zu befreien. In punkto Qualität haben mich die Wiener Maronibrater in den vergangenen Jahren aber ziemlich oft enttäuscht. In meinem ersten Sackerl der Saison fand sich vor kurzem nur ein (!) einziges genießbares Exemplar. Zum Glück war schnell Ersatz gefunden, der die Vorgaben warm, außen fester und innen cremig erfüllt. Mit einer ordentlichen Dosis dunkler Schokolade wirken Maronibrownies dabei auch noch als natürlicher Stimmungsaufheller gegen mögliche Anfälle von Novemberblues. Und am Ende des Tages ist Sommer ja auch irgendwie keine Jahreszeit, sondern eine Lebenseinstellung.

Herbstzeitlose | lacapocuoca.atMaronibrownies | lacapocuoca.at


Zutaten:

  • 3 Eier (L)
  • 200 g gegarte Maroni
  • 100 ml Vollmilch
  • 150 g dunkle Schokolade (60 – 70 Prozent Kakaoanteil)
  • 100 g Butter
  • 100 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz

Maronistand | lacapocuoca.atHerbstallee | lacapocuoca.at
Zubereitung:

Die Kastanien zusammen mit der Milch in einen Topf geben. Fünf Minuten köcheln lassen, den Vanillezucker hinzufügen und alles mit dem Stabmixer zu einer möglichst glatten Creme verarbeiten. Die zerkleinerte Schokolade im Wasserbad schmelzen. Die Butter in Stücke schneiden und unterrühren. Die Eier mit dem Zucker und einer Prise Salz schaumig schlagen. Die Kastaniencreme untermengen und dann die geschmolzene Schokolade hinzufügen. Eine rechteckige Kuchenform mit Backpapier auslegen und die Masse im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad für 30 Minuten backen. Überkühlen lassen und in Rechtecke schneiden.

9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Küchenfee sagt:

    ich steh total auf den winter! je ungemütlicher es draußen ist, desto gemütlicher mache ich es mir drinnen. und wenn es dann noch brownies gibt… :)

    1. La Capocuoca sagt:

      gemütlich schön und gut, aber irgendwann muss man ja auch wieder vor die tür :-)

  2. Corinna sagt:

    Ich finde den Winterbeginn eigentlich auch immer ganz nett und habe die Jahreszeit eigentlich erst satt, wenn Weihnachten und der Jahreswechsel vorbei sind. Bin gespannt, wie solche Kastanienbrownies schmecken. Die Kürbissuppe ist schon so ähnlich wie von Dir beschrieben nachgekocht worden und war tatsächlich sehr viel aromatischer als sonst.

    1. La Capocuoca sagt:

      du bist ja auch in italien, da sind die winter sicher viel milder :-)

      1. Corinna sagt:

        Ich bin zwar in Italien, aber auch erst seit zwei Jahren. Die Winter sind hier milder, aber durch die Meeresfeuchte für drei Monate doch relativ ekelhaft. Aber auch, als ich noch in Deutschland lebte, war es bei mir so. Nach Silvester könnte der Frühling beginnen. Bis Silvester habe ich es auch immer genossen, mich zu Hause einzuigeln… mit Tee und Süßigkeiten. :)

        … und ein sonniger Tag in einer verschneiten Landschaft… traumhaft…

      2. La Capocuoca sagt:

        ich würde allen schnee der alpen gegen einen atemzug meeresfeuchte tauschen :-)

      3. Corinna sagt:

        Okay, dann sollten wir irgendwann mal einen Haustausch planen…. aber vielleicht damit noch warten, bis wir einen Kamin haben, damit du hier im Winter nicht beim einatmen der Meeresfrische erfrierst. ;)

      4. La Capocuoca sagt:

        so machen wir das! :-)

  3. Also, wenn das nicht gegen den Novemberblues hilft… dann weiß ich auch nicht weiter! Köstlich sieht das aus und schmeckt bestimmt auch so. Und ich stimme Dir voll und ganz zu: Am allerbesten schmecken die Maroni, wenn die Hände fast zu kalt sind um sie aus der Schale zu lösen. :)
    Ganz liebe Grüße,
    Ylva

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s