Unkraut vergeht nicht, Brennnesselgnocchi schon

Gegen Brennnesseln hege ich seit Jahren Ressentiments. Nicht nur, weil mir das perfide Grünzeug als Kind das Spielen in unserem verwilderten Garten vermiest hat. Auch meine Begegnungen mit heißen Aufgüssen der getrockneten Blätter waren eher schmerzhafter Natur, zumindest für meine Geschmacksnerven. BrennnesselgnocchiWeil ich ziemlich nachtragend bin, landete vor kurzem ein Säckchen mit frischen Brennnesseln in meinem Einkaufsbeutel. Dabei wurde ich nicht vom masochistischen Verlangen nach schmerzhaftem Ausschlag getrieben, sondern von fast so etwas wie Rachegelüsten. Der Gedanke, das ungeliebte Unkraut vertilgen zu können, war irgendwie reizvoll. Bei meiner Recherche nach einer passenden Zubereitungsart wurde schnell klar: Die garstige Brennnessel wird völlig zu Unrecht wie Unkraut behandelt. Vielmehr ist sie ein wahres Wunderkraut, das blutreinigend wirkt, der Entschlackung dient und aufgrund des hohen Eisengehalts bei Erschöpfungszuständen zum Einsatz kommt. Das Erstaunliche dabei: Die Brennnesseln erwiesen sich als durchaus wohlschmeckend. Kräutrig-würzig, nur leicht feinherb. Und in gekochtem Zustand absolut wehrlos. Ganz pur wurden die Blätter aber natürlich nicht verspeist, sondern erst fein gehackt und mit Ricotta, Ei und Mehl zu Gnocchi geformt. Wer sagt, dass Rache immer süß sein muss?


Zutaten:

  • 100 g Brennnesseln
  • 200 g Ricotta
  • 100 g Weizenmehl (idealerweise die ital. Type 00)
  • 20 g feiner Hartweizengrieß
  • 1 Ei
  • 30 g Parmesan, gerieben
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • 30 g Butter
  • 2-3 Blätter Salbei
  • ev. 2-3 Cocktailtomaten für die Garnitur

Zubereitung:

Die Brennnesseln gründlich waschen, dabei unbedingt Gummihandschuhe tragen! In heißem Salzwasser zwei bis drei Minuten blanchieren. Brennnesseln | lacapocuoca.atDann in Eiswasser abschrecken. Gründlich ausdrücken (das geht am Besten mit einem Löffel und einem feinen Sieb) und fein hacken. Die Brennnesseln mit der Ricotta mischen, das Ei einrühren und dann das Mehl und den fein geriebenen Parmesan hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss abschmecken. Mit Hilfe zweier Esslöffel Nocken formen und diese in dem Hartweizengrieß wälzen. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen, ordentlich salzen und dann die Gnocchi (nicht alle auf einmal, lieber portionsweise!) einlegen. Nachdem sie an die Oberfläche kommen noch einige Minuten (je nach Größe) köcheln lassen. Abschöpfen und in mit dem Salbei aromatisierter geschmolzener Butter schwenken. Mit Parmesan (und eventuell Tomatenwürfeln) bestreuen und sofort servieren.

14 Kommentare Gib deinen ab

  1. DAs ist auch eine gute Idee, meine Brennesseln kamen gestern in Risotto! Hat auch „grün“ geschmeckt ;-)

    1. La Capocuoca sagt:

      risotto wollt ich zuerst auch machen! kommt schon noch, eines nach dem anderen :-)

      1. Das Gute an Brennesseln ist ja, es gibt sie den ganzen Sommer :-)

      2. La Capocuoca sagt:

        am markt leider nicht :-)

      3. Aso..ich hätte hier genug im Garten, hol dir welchen :-)

  2. Ich liebe Brennnessel, v.a. in der Küche. Im Garten haben sie auch immer einen Platz, da sie wichtige Futterpflanze für die Raupen von Schmetterlingen sind. Dass man sie auch kaufen kann, wusste ich Landpomeranze noch nicht… ;)
    Sehr lecker sehen deine Gnocchi aus!!
    Liebe Frühlingsgrüße
    Cheriechen

    1. La Capocuoca sagt:

      ich hab sie zum allerersten mal gegessen! am markt 1,20 euro für 100 g bezahlt – vielleicht geh ich das nächste mal selber pflücken :-)

      1. Oh, ich bin Millionärin – ohne es zu ahnen!!
        Das muss ich nur noch vermarkten ;)

  3. Martina H. sagt:

    ich hätte auch jede menge brennesseln hier hinterm haus! muss ich demnächst ausprobieren.. lg und schönes wochenende, tina

    1. La Capocuoca sagt:

      gutes gelingen! und handschuhe nicht vergessen :-)

  4. Sonja sagt:

    brennesseln? noch nie gegessen… kann ich das wohl auch mit spinat machen? glg, s.

    1. La Capocuoca sagt:

      natürlich! ricotta und spinat ist ja die klassische kombi :-)

  5. Oh ja brennessel sammeln muss ich unbedingt machen! danke für die tolle idee und das Rezept!
    Lg Nadja

    1. La Capocuoca sagt:

      bin wohl die einzige, die brennnesseln kauft und nicht selber sammelt :-)

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